Die hausarztzentrierte Versorgung: Job-Killer oder längst überfällige Maßnahme?

Autor: | 11. Juli 2011 | Allgemein

Der Hausarzt - immer wichtigere Rolle in der ambulanten Versorgung.

Der Hausarzt - immer wichtigere Rolle in der ambulanten Versorgung.

Der Hausarzt als erster Ansprechpartner – in vielen europäischen Ländern nicht nur Usus, sondern Pflicht. Länder, wie etwa die Niederlanden, haben die so genannte Hausarztzentrierte Versorgungung (HzV) zur Regel gemacht. Dennoch wird dieses Modell der ambulanten Versorgung kontrovers diskutiert. Wir zeigen Vor-und Nachteile des Hausarztmodells auf.

  • Pro hausarztzentrierte Versorgung:Die Krankenkassen können den Versicherten Vorteile gewähren, z. B. reduzierte Zuzahlungen in den Apotheken, Erstattung bzw. Wegfall der Praxisgebühr oder niedrigere Krankenkassenbeiträge. Die Beziehung zum Haus- und Familienarzt wird gestärkt. Der Hausarzt kennt den Patienten seit Jahren, teilweise seit Jahrzehnten. Der „Ärztetourismus“ wird reduziert. Dadurch, dass einfache Behandlungsfälle beim Hausarzt verbleiben (nicht jeder banale Schnupfen muss von einem HNO-Arzt behandelt werden), können sich die Fachärzte auf schwerere Erkrankungen ihres Gebietes konzentrieren. Teilnahmewillige Hausärzte können von den Krankenkassen zur Teilnahme an bestimmten – auch kostenpflichtigen – Weiterbildungsmaßnahmen neben der eigentlichen Weiterbildung verpflichtet werden.
  • Kontra hausarztzentrierte Versorgung:
    Gegner des Hausarztmodells sehen das Recht auf freie Arztwahl beschränkt. Außerdem sei die Möglichkeit erschwert, vergleichende Untersuchungen und differenzierte Therapieempfehlungen („Zweitmeinung“) bei verschiedenen Fachärzten einzuholen. Zudem kann es gefährlich sein, jahre- oder jahrzehntelang einem einzigen Arzt zu vertrauen. Manche Hausarztverträge schränken die Therapiefreiheit der Ärzte ein, indem sie die Befolgung von durch die Krankenkassen beeinflussten Behandlungsleitlinien vorschreiben. Einige Kritiker bezweifeln auch, dass die Qualifikation der Hausärzte ausreichend ist für eine so komplexe Aufgabe. Wenn nicht alle Hausärzte teilnehmen, ist der Patient, der an dem Programm teilnehmen will, zu einem Wechsel des Hausarztes gezwungen. Für teilnehmende Ärzte ist mit einem erhöhten Verwaltungsaufwand zu rechnen.

Die Wahl des richtigen Modells bleibt diskutabel. Wie würden Sie entscheiden?

 

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